atelierhaus-recklinghausen | Emmy Rindtorff & Werner Ryschawy – ping pong (3) –
53
post-template-default,single,single-post,postid-53,single-format-gallery,ajax_fade,page_not_loaded,,select-theme-ver-3.2.1,wpb-js-composer js-comp-ver-4.12,vc_responsive
 

Emmy Rindtorff & Werner Ryschawy – ping pong (3) –

Emmy Rindtorff & Werner Ryschawy – ping pong (3) –

ping . . . ich liebe dich – hatte ich dankbar für den prompten Nachschub von Seidenpapieren an die Haustür geheftet.

pong . . . ich liebe dich auch – schrieb Werner Ryschawy zurück auf die Verpackungsfolie!

 

Als Einstieg in unsere Zusammenarbeit hatten Werner Ryschawy und ich zuerst einmal unsere Materialien, mit denen jeder hauptsächlich arbeitet, ausgetauscht: Werner bekam von mir Röntgenaufnahmen und ich im Gegenzug von ihm Seidenpapiere – dunkle, sperrige, geheimnisvolle Folien gegen reine, weiße, leichte Seide. Jeder sollte sich auf seine Weise auf das „fremde“ Material einlassen. Transparenz und Struktur waren von Anfang an unsere Klammer. Bei gegenseitigen Besuchen erwähnte Werner ein Gedicht von R.M. Rilke, das mich sofort gefangen nahm:

 

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,

die sich über die Dinge ziehn.

Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,

aber versuchen will ich ihn.

 

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,

und ich kreise jahrtausendelang;

und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm

oder ein großer Gesang.

 

“Die Gottsuche eines Rainer Maria Rilkes darzustellen, hätte ich als vermessen empfunden. Aber: Ringe, Kreise, Spiralen…Urformen und Archetypen…hier treffen Naturform und Symbol auf ideale Weise zusammen. Das reizte mich.” – Emmy Rindtorff

19. September bis 18. Oktober 2015

Tags: