6. Kunstpreis Henriettenglück Preisträger*innen
Die von Kira Fröse und Jona Sliwka realisierte Ausstellung ‘nichts halbes, nichts flaches und nichts ganzes’ setzt weniger auf eine bloße Gegenüberstellung zweier künstlerischer Positionen als vielmehr auf das Eröffnen eines Raums, in dem Objekte, Arbeitsprozesse und Bedeutungsverschiebungen miteinander in Spannung treten. Anlass dieser Duo-Konstellation ist der Gewinn des ersten Preises der Kunstausschreibung Henriettenglück 2025, den beide Künstler:innen unabhängig voneinander erhielten.
Fröse und Sliwka widmen sich jenem Zwischenfeld, in dem gewohnte Gebrauchslogiken nichtig werden und künstlerische Arbeiten sich weder in Funktionalität noch in reiner Materialästhetik erschöpfen. Dinge, die einem Zweck dienten, erscheinen ihrer Erschöpfung erlegen zu sein – Was soeben noch als funktional erkennbar erschien, kippt in einen Zustand der bekannten Fiktion. Es bleibt ein Gefühl des Schweben zwischen (Er)kennen und Nicht-(Er)kennen.
Von zentraler Bedeutung ist dabei, dass Materialbehandlung und Prozesshaftigkeit der künstlerischen Arbeiten in den Vordergrund rücken: schichten, schleifen, gießen, biegen, verschrauben, kratzen, kneten – Spuren, ungesehener Tätigkeiten, die nicht immer mit bloßem Auge erkennbar sind. Der Arbeitsbegriff wird nicht als reine Kunstproduktion verstanden, sondern als eine Praxis des Machens mit dem, was vorhanden ist. Diese Herangehensweise lässt eine Leichtigkeit entstehen, die sich weigert, schwerer zu werden, als es das eigene Tragen erlaubt.
In der Verschränkung von Zwei- und Dreidimensionalität entwickeln sich die Arbeiten zu Formen, die weder flach noch vollplastisch fassbar sind. Materialien wirken fragil, organisch und entziehen sich eindeutigen Zuschreibungen. So eröffnet die Ausstellung nicht nur eine Begegnung zweier Künstler:innen, sondern auch ein Spielfeld für gemeinsames Denken: ein Raum, der auf Differenz ebenso wie auf Resonanz basiert.
Die Einführung in die Ausstellung übernimmt der Slam Poet und Autor Florian Stein. Er präsentiert im Rahmen der Ausstellungseröffnung eine lyrische Zusammenfassung und wird dabei die emotionalen Komponenten der ausgestellten Werke hervorheben.
- Ausstellungseröffnung: Sonntag, 29. März 2026, 16 Uhr
- Ort: Atelierhaus Recklinghausen e.V., Königstraße 49 a, 45663 Recklinghausen
- Begrüßung: Holger Freitag, Vorsitzender Atelierhaus e.V.
- Einführung: Florian Stein, Slam Poet & Schriftsteller
Die Ausstellung läuft vom 29. März bis 26. April 2026. Geöffnet ist sie am 12.04., 19.04. und 26.04.2026 jeweils von 15 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung.
Die Finissage mit Katalogpräsentation findet am Sonntag, 26. April 2026 statt.


